Welche Deutschen Griechenland retten wollen

Thilo Sarrazin giftet gegen die Euro-Rettung. Doch bis jetzt habe ich den Eindruck, dass seine neusten Äußerungen die Menschen viel weniger interessiert als der Stuss, den er über Einwanderer verbreitete. Trotzdem werden seine populistischen Thesen vermutlichen etwas Widerhall finden (auch wenn es gar keine Thesen sind, sondern Vorurteile, an die er ein paar Zahlen geklebt hat).

Denn nicht jeder in Deutschland will Griechenland retten. Drei Politikwissenschaftler haben mal nachgeforscht, warum das so ist. Michael M. Bechtel (ETH Zürich), Jens Hainmueller (MIT) und Yotam M. Margalit (Columbia) haben auch herausgefunden, wer für die Rettungspakete ist.

Zunächst sind die Befürworter eine Minderheit:

Bildschirmfoto_2012-05-22_um_21

Sind eher reiche oder eher ärmere Menschen unter den Gegnern? Hier fanden die Wissenschaftler keine statistisch signifikante Korrelation. Die gibt es bei der ethischen Einstellung: Wer oft spendet, also altruistisch und weniger egoistisch ist, unterstützt den sogenannten bailout eher.

Hier das Abstract aus dem Paper Sharing the Pain: Explaining Public Opinion Towards International Financial Bailouts

Our analysis uses observational and experimental data from Germany, the country shouldering the largest share of the EU’s financial rescue fund. We find that while the economic features of the bailout package itself strongly affect voters’ willingness to support the transfers, individuals’ own economic standing has limited explanatory power in accounting for their position on the bailouts. In contrast, social dispositions such as altruism and cosmopolitanism are robustly associated with support for the bailouts. The results indicate that the current divide in public opinion over the bailouts is less along distributive lines between domestic winners and losers, but better understood as a foreign policy issue that pits economic nationalist sentiments versus greater cosmopolitan affinity and other-regarding concerns.

 

 

Advertisements